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Ulcus Cruris Care: Bessere Versorgung für Chronische Wunden

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Chronische Wunden sind für Betroffene nicht nur stark belastend, sondern verursachen auch hohe Kosten im Gesundheitssystem. Das Ulcus cruris venosum (UCV, „offenes Bein“) ist dabei eine der häufigsten Ursachen chronischer Wunden der unteren Extremität. Die Versorgung dieser Menschen ist derzeit häufig unzureichend.

Das Forschungsprojekt „Ulcus Cruris Care“ unter der Leitung des Universitätsklinikums Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung hat die aktuelle Versorgungssituation untersucht und ein neues, evidenzbasiertes und patientenorientiertes Versorgungskonzept für die hausärztliche Praxis implementiert.

Zentraler Befund: Über 80 % der Betroffenen erhalten keine kausal orientierte, leitliniengerechte Behandlung. Besonders die notwendige Kompressionstherapie wird häufig nicht konsequent umgesetzt.

Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass sich Versorgungsqualität und Behandlungsergebnisse deutlich verbessern lassen, wenn ärztliche und nicht-ärztliche Versorgerinnen und Versorger eng koordiniert zusammenarbeiten und die Kausaltherapie konsequent durchgeführt wird. Dies führt zu besserer Wundheilung, höherer Lebensqualität und Einsparpotenzialen von etwa 1.500 Euro je Krankheitsfall für die gesetzliche Krankenversicherung.

Das Projekt wurde vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert und hat eine Transferempfehlung erhalten. Eine breitere Implementierung des neuen Behandlungskonzepts ist denkbar – etwa über Disease-Management-Programme (DMP), Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) oder Selektivverträge.