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Krisenresilienz fördern

Entwicklung und Validierung von Qualitätsindikatoren zur Vorbereitung von ambulanten Arztpraxen auf Krisensituationen – RESILARE

Aktuelles: Bericht in der Zeitschrift BMC Primary Care

07. September 2022

  • Welche Situationen werden von Hausarztpraxen als Herausforderung oder als Krise wahrgenommen?
  • Aufgrund welcher Faktoren wird etwas als Krise eingestuft? 
  • Und welche Strategien kommen zu Einsatz, um diesen erfolgreich zu begegnen? 

Erste Antworten und Lösungsansätze auf diese und ähnliche Fragen sind im Projekt „RESILARE“ im Rahmen von Expertengesprächen gefunden worden.
Über die gewonnenen Erkenntnisse berichtet nun ein Artikel in der Zeitschrift BMC Primary Care.

Aktuelles: Pilotpraxen gesucht

31. Mai 2022

In der zweiten Studienphase wird gegenwärtig das identifizierte Indikatorenset im Panelverfahren bewertet. Zum Ende des Jahres bis zum frühen Sommer 2023 sollen die Indikatoren dann über das QM-System des Europäischen Praxisassessments getestet werden. Dazu suchen wir Pilotpraxen, die sich in der dritten Studienphase gerne mit den Handlungsfeldern „Krisenresilienz, Klima und Nachhaltigkeit“ beschäftigen wollen. Die Praxis profitiert nicht nur davon, dass sie sich früh mit möglichen Krisenszenarien auseinandersetzt, es können parallel ​‑zumindest teilweise- die bisherigen QM-Aktivitäten auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei spielt es keine Rolle, welches QM-System die Praxis nutzt, da das Indikatorenset nach Projektende auch anderen Systemanbietern zur Verfügung stehen wird.

Zielgruppe: Ambulant tätige Arztpraxen (Hausärzte: Allgemeinmedizin und Innere Medizin)

Ablauf und Aufgaben:

  1. Die Praxis erhält im Vorfeld einen Fragebogen (Selbstassessment).
  2. Anschließend erfolgt ein Vor-Ort-Besuch durch eine externe Visitorin oder einen Visitor in der Praxis. Dabei werden die Indikatoren im Hinblick auf die jeweilige Praxisorganisation überprüft bzw. getestet. Nach Abstimmung kann dies auch per Videomeeting (Online) erfolgen.
  3. Die Praxis erhält anschließend einen individuellen Feedbackbericht.
  4. Die Praxis nimmt an einer begleitenden Prozessevaluation teil (Fragebogen und telefonisches Interview), in der sie zur Anwendbarkeit des Indikatorensets befragt wird.

Aufwandentschädigung: 900 Euro

Praxen, die ein reguläres EPA-Assessment durchführen möchten, erhalten dadurch einen vergünstigten Assessmentpreis sowie die Möglichkeit im Anschluss ein Qualitätssiegel für die eigene Praxis zu erlangen. Dies gilt allerdings nur, wenn ein vollständiges Assessment durchgeführt wird und die definierten Qualitätskriterien erfüllt sind.

Wenn Sie als Praxis interessiert sind und teilnehmen möchten, dann freuen wir uns, wenn Sie sich bitte unter den untenstehenden Kontaktdaten beim aQua-Institut melden.

Hintergrund

Bestehende Veränderungen des Klimas und der Lebensumwelt beeinflussen die Gesundheit der Bevölkerung weltweit. Durch steigende Temperaturen, extreme Wetterphänomene und andere Veränderungen der Umwelt im Rahmen des Klimawandels, wird das Gesundheitswesen vor immer neue Herausforderungen, wie Hitze- und Krankheitswellen, gestellt. Der Großteil der Risikopatienten und ​‑patientinnen für hitzebedingte Gesundheitsschäden und neuartige Infektionskrankheiten wird im ambulanten Sektor erwartet. Niedergelassene Haus- und Fachärzte und ​‑ärztinnen sowie deren Praxisteams auf diese Herausforderungen vorzubereiten, stellt daher eine hohe Relevanz dar, um die Versorgungsqualität von vulnerablen Patientengruppen auch in Krisensituationen gewährleisten zu können. Gleichzeitig sollen Ansatzpunkte identifiziert werden, um den ökologischen Fußabdruck des ambulanten Gesundheitssektors selbst zu verringern. Das praxisinterne Qualitätsmanagement gemäß QM-Richtlinie des G-BA auf der Grundlage von § 135a Abs. 2 SGB V bietet dafür einen geeigneten Rahmen.

Ziel

Ziel des Projektes „RESILARE“ ist die Entwicklung und Evaluation von Qualitätsindikatoren und Kriterien zur Unterstützung der Krisenresilienz von Arztpraxen. Hierzu sollen Ansatzpunkte in der ambulanten Patientenversorgung zur Verbesserung der Behandlung und Prävention von Patienten und Patientinnen mit hitzebedingten Gesundheitsschäden und in Deutschland untypischen (z.B. Dengue) bzw. neuartigen (z.B. COVID-19) Infektionskrankheiten identifiziert und über Qualitätsindikatoren in das jeweilige Qualitätsmanagement der Praxis implementiert werden. 

Projektablauf

Das Projekt RESILARE gliedert sich in drei Studienphasen.

Studienphase 1
Gestartet wird mit der Identifikation von Ansatzpunkten zur Ableitung von Qualitätsindikatoren. Hierfür wird zunächst eine systematische Literaturrecherche, sowie eine qualitative Datenerhebung über Interviews und Fokusgruppen durchgeführt. Anhand der Ergebnisse wird dann ein erstes Set an Indikatoren abgeleitet.

Studienphase 2
Dieses Indikatorenset wird anschließend über ein Panelverfahren von Experten und Expertinnen priorisiert und bewertet.

Studienphase 3
Die ausgewählten Indikatoren werden in Arztpraxen pilotiert. Die Arztpraxen erhalten hierzu einerseits ein Selbstassessment, andererseits wird eine Praxisvisitation über das Europäische Praxisassessment (EPA), ein QM-System des aQua-Instituts durchgeführt. Die Praxen erhalten daraufhin einen Feedbackbericht, in dem Ansatzpunkte und Optimierungspotenzial zur optimalen Unterstützung der Praxen aufgezeigt werden. Die Pilotierung wird durch eine Prozessevaluation begleitet und das Indikatorenset abschließend an die Evaluationsergebnisse angepasst, finalisiert und veröffentlicht.

Studienübersicht

Eckdaten zum Projekt

Projektlaufzeit

01.04.2021 – 30.09.2023

Projektteam

Konsortialführung
aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH

Konsortialpartner
Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg

Projektpartner
Medizinisches Versorgungszentrum Dachau 
Gesundheitsnetz QuE eG Nürnberg
Stiftung Praxissiegel e.V. 

Ansprechpartner

aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und
Forschung im Gesundheitswesen GmbH

Telefon: +49-551-78952-0  •  E-Mail: resilare(at)aqua-institut(dot)de

Uni Heidelberg
Telefon: +49-6221-56-7182  •  E-Mail: resilare.amed(at)med.uni-heidelberg(dot)de