Primärversorgungsbasiertes gestuftes sektorenverbindendes Versorgungskonzept für Menschen mit postakuten Infektionssyndromen
CONFIDENCE
Projektziel
CONFIDENCE etabliert eine evidenzbasierte, patientenzentrierte, in der Primärversorgung basierte gestufte Versorgung für Menschen mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS). Die patientenseitige Intervention (I) zielt auf die Förderung krankheitsspezifischer Gesundheitskompetenz und Empowerment ab. Die Intervention für Gesundheitsberufe wird auf Basis von E-Learning und ergänzenden Qualitätszirkeln (II) angeboten. Diese vermitteln für die Versorgung von Menschen mit PAIS relevante Kompetenzen basierend auf dem aktuellen Wissensstand. Hausärzte/Hausärztinnen werden darin unterstützt, die Versorgung der Betroffenen ganz überwiegend im ambulanten Setting zu belassen. Dazu werden telemedizinisch und bedarfsorientiert (IV) – basierend auf transparenten Behandlungspfaden (III) - interdisziplinär, interprofessionell und/oder intersektoral Akteure mit ausgewiesener Expertise (Postinfektionssyndrom-Ambulanzen) miteinbezogen.
Hypothese: Die neue Versorgungsform sorgt für eine patientenzentrierte Versorgung mit sinnvoller Allokation der im Gesundheitssystem vorhandenen Ressourcen. Betroffene profitieren von einem gestuften Versorgungskonzept und Patienten-Edukationsangebot.
Methodik
Die konfirmatorische, multizentrische, cluster-randomisierte, kontrollierte Studie mit 2 Armen umfasst: Prüfung der komplexen Intervention II, III, IV zusätzlich zu I. Die Evaluation umfasst ein Follow-Up der Patienten/Patientinnen über 9 Monate mit begleitender Prozessevaluation und gesundheitsökonomischer Evaluation.
Ergebnisevaluation Patienten/Patientinnen: Als primäres Outcome wird eine Veränderung auf der 13-stufigen FACIT-Fatigue-Scale (Erfassung von Erfahrung und Impact der Fatigue) nach 9 Monaten gemessen. Sekundäre Outcomes sind u. a.: gesundheitsbezogene Lebensqualität (EQ-5D- 5L), PROMIS-Short-Forms, FUNCAP-27 und Arbeitsfähigkeit.
Ergebnisevaluation Hausärzte/Hausärztinnen: u.a. Sicherung/Sicherheit der Diagnose (z.B. PEM, ME/CFS, PoTS); Erfassung der Veränderung des patientenseitigen Gesundheitszustands.
Prozessevaluation Mixed-Methods-Design: Patienten/Patientinnen, Hausärzte/Hausärztinnen, Ergo-, Physio-, Psychotherapeuten/‑innen u.a.; Exploration und Bewertung der Durchführung der Interventionskomponenten (intervention fidelity) mit Exploration von Determinanten der Umsetzung, Wirkmechanismen des Interventionsprogramms und nichtantizipierter Effekte; Erhebung der Versorgungskontinuität und der wahrgenommenen Qualität der Versorgung.
Gesundheitsökonomische Evaluation: Inkrementelle Kosten-Wirksamkeits-Relation (ICER). Budget-Impact-Analyse; Erhebung von und Vergütungspräferenzen der Leistungserbringenden.