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Entwicklung und Erprobung eines Konzepts zum qualifikationsorientierten Personaleinsatz gem. § 8 Abs. 3b SGB XI

Los 2: Evaluation und Anpassung des Personalbemessungsinstruments (PeBeM)

Projektziel

Das Projekt umfasste das Los 2 der Ausschreibung Entwicklung und Erprobung eines Konzepts zum qualifikationsorientierten Personaleinsatz gem. § 8 Abs. 3 b SGB XI. Im Los 1 wurde ein Konzept zur Umsetzung der im Projekt PeBeM entwickelten qualifikationsorientierten Aufgabenverteilung durch Maßnahmen zur Organisations- und Personalentwicklung entwickelt und anschließend erprobt. 

Das auf Los 2 beruhende Projekt hat die Umsetzung des Konzeptes evaluiert und darauf aufbauend Anpassungen für das Personalbemessungsinstrument vorschlagen. Die konkreten Ziele waren:

1. Die Evaluation der Umsetzung des Konzepts zur qualifikationsorientierten Aufgabenverteilung mit folgenden Endpunkten: 

  • Qualität der pflegerischen Versorgung
  • empirisch belegbare und potenzielle Effizienzeffekte
  • Mitarbeiterzufriedenheit

2. Entwicklung von Vorschlägen zur Anpassung des Personalbemessungsinstrumentes basierend auf den Ergebnissen der Evaluation unter Berücksichtigung von:

  • hochschulisch qualifizierten Pflegefachpersonen
  • hochschulisch qualifizierten Fachkräften aus anderen Gesundheits- und Sozialberufen
  • weiteren Berufsgruppen
  • Maßnahmen der Digitalisierung und des Technikeinsatzes zur Kompensation von Personalmehrbedarfen
     

Methodik

Zur Evaluation der Umsetzung des Konzeptes kam eine prospektive, kontrollierte, Prä-Post-Interventionsstudie im mixed-methods-Design zum Einsatz.
In ca. 10 Pflegeeinrichtungen wurde das entwickelte Konzept umgesetzt. In enger Abstimmung mit dem Auftraggeber wurde für die Evaluation jeder Interventionseinrichtung eine Kontrolleinrichtung zugeordnet, die der Interventionseinrichtung in unterschiedlichen Aspekten wie Größe, Trägerschaft und Lokalisation nahekommt. 

In den Interventions- und Kontrolleinrichtungen wurden vor (t0) und ein Jahr nach (t1) der Implementierung folgende Methoden eingesetzt:

  • Sekundärdatenanalyse der Daten der gesetzlichen Qualitätssicherung (indikatorengestütztes Verfahren, externe Qualitätsprüfungen)
  • Befragung der Bewohnerinnen und Bewohner hinsichtlich Lebensqualität
  • Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezüglich der Arbeitszufriedenheit
  • Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Leitungsaufgaben hinsichtlich der Zufriedenheit mit Implementierungsoutcomes
  • Beschattung der Versorgung in jeweils einem Wohnbereich (nur in den Interventionseinrichtungen): 
    - als Grundlage für die Neuparametrisierung des Algorithmus (Algorithmus 2.0)
    - Analyse der Beschattungsdaten mit Fokus auf bedarfsgerechte Versorgung und potenzielle Effizienzeffekte
  • Befragung der Schatten hinsichtlich der beobachteten Pflegequalität

Das aQua-Institut war federführend zuständig für die Entwicklung, Durchführung und Auswertung der Befragungen (Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Schatten) und die Sekundärdatenanalyse der Daten der gesetzlichen Qualitätssicherung.

Die Universität Bremen war als Gesamtprojektleitung federführend verantwortlich für die Beschattungen und die Entwicklung von Vorschlägen zur Anpassung des Personalbemessungsinstrumentes.

Ergebnis

Die Evaluation konnte, wie geplant, umgesetzt werden. Allerdings wurde die Intervention in den Interventionseinrichtungen nur in einzelnen Wohnbereichen umgesetzt, womit sich die Fallzahl in der Interventionsgruppe reduzierte.

Die Evaluation konnte signifikante Verbesserungen im Prä-Post-Vergleich in einzelnen Aspekten der Mitarbeiterzufriedenheit sowie der Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zeigen. Die Befragung der Schatten zeigte auch in einigen erfragten Aspekten Verbesserungen auf. Auf Basis der Evaluation und der in den Beschattungen gewonnenen Daten konnte das Personalbemessungsinstrument angepasst werden.

Eine ausführliche Darstellung aller Ergebnisse findet sich im veröffentlichten Abschlussbericht.