Algorithmische Kipppunktanalyse zur Optimierung der Patient Journey bei Multimorbidität
AKOPIM
Projektziel
Das Projekt befasst sich in erster Linie mit der exemplarischen Prüfung einer praktischen Umsetzung der durch den Gesetzgeber mit § 25b SGB V neu eröffneten Möglichkeit einer Ansprache von Versicherten. Dies ermöglicht die bessere Einschätzung von Potenzialen dieser Ansprache und zeigt beispielhaft technische und praktische Möglichkeiten auf. Zugleich werden unter Einbeziehung von Betroffenen ggf. auch Hürden bei der Umsetzung auf unterschiedlichen Ebenen identifiziert, woraus Handlungsempfehlungen mit Relevanz auch für Ansprachen zu anderen Themen abgeleitet werden. Auch die vorgesehene algorithmische Identifikation von erhöhten Risiken für eine Überschreitung von Kipppunkten (zu deutlich stärkerer gesundheitlicher Belastung mit erhöhtem Versorgungsbedarf) im zeitlichen Verlauf der Patientenversorgung lässt sich für unterschiedliche Fragestellungen adaptieren. Bezogen auf die im Projekt näher betrachtete Gruppe multimorbider Patienten ist im Zuge der demografischen Entwicklung in Deutschland mit einer zunehmenden Zahl an Betroffenen und entsprechenden Versorgungsbedarfen zu rechnen, womit eine effiziente und wirksame Versorgung dieser Betroffenengruppe besonders dringlich erscheint.
Die wesentlichen Projektziele im Überblick:
- Identifikation der Zielpopulation
- Ansätze zur Verbesserung (Ansätze zur Verbesserung der Versorgung, bspw. Selektivvertrag nach §140a)
- Verständlichkeit der Ansprache (für großen Anteil der Zielpopulation verständlich)
- Wirksamkeit der Ansprache (Auslösen des intendierten Verhaltens, z. B. Arztkonsultation)
- Akzeptanz der Ansprache (indirekt einbezogene Akteure, z. B. Ärzte)
Methodik
Die Entwicklung des Algorithmus basiert auf den Daten von rund 200.000 Versicherten und der Methode des maschinellen Lernens (ML). Die Erprobung des Algorithmus soll durch das Anschreiben von etwa 20.000 Versicherten initiiert werden. Im Anschluss erfolgt eine Evaluation der Verständlichkeit, Wirksamkeit und Akzeptanz des Vorgehens. Zu diesem Zweck werden im Rahmen einer Prozessevaluation Befragungen und Fokusgruppen mit Patientinnen und Patienten sowie Hausärztinnen und Hausärzten durchgeführt.
Ergebnis
Im Erfolgsfall tragen die Ergebnisse zu einer optimal koordinierten, interdisziplinären und patientenzentrierten Versorgung multimorbider Patientinnen und Patienten bei. Zudem liefern sie Hinweise auf die Wirksamkeit und Akzeptanz der Regelungen des § 25b SGB V des GDNG bei den Versicherten.