Erstmals wird in einer repräsentativen Studie untersucht, ob Teilnehmer der Disease-Management-Programme (DMP) medizinisch besser versorgt werden als Patienten, die nicht daran teilnehmen.
Die wissenschaftliche Untersuchung wird von der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg geleitet. Der Unterauftrag des AQUA-Instituts besteht insbesondere im Datenmanagement und der Durchführung der schriftlichen Befragungen.
Die Studie wird in den Ländern Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt durchgeführt. Es handelt sich um eine prospektive, kontrollierte, teilrandomisierte 3-armige Studie, die zeigen soll, welchen Effekt optimal umgesetzte hausarztzentrierte DMP-Programme (DMP-optimal) im Vergleich zur DMP-Routineumsetzung (DMP-routine) bzw. im Vergleich zur Behandlung ohne DMP (KGR) bei Patienten mit Diabetes Mellitus Typ II haben. Die Anzahl der Praxen in Sachsen-Anhalt beträgt je 48 Praxen in DMP-optimal und DMP-routine und 200 Praxen in der KGR, in Rheinland-Pfalz nehmen je 41 Praxen in DMP-optimal und DMP-routine teil und 200 Praxen in der KGR.
Die Praxen der DMP-optimal-Gruppe sind in SA in 6 Qualitätszirkeln organisiert und in RP in 5. Zum 2. Qualitätszirkeltreffen (von insgesamt ca. 4) erhielten die Projektteilnehmer einen Antiabetika-Verordnungsspiegel analog dem von Hessen 6. Neben den Qualitätszirkeltreffen unterscheiden sich die DMP-optimal Praxen von den DMP-routine Praxen noch dadurch, dass 2 Schulungen für Arzthelferinnen durchgeführt werden und 1-2 Praxisvisiten stattfinden.
Weiterhin wird im Rahmen des Projektes eine groß angelegte Patientenbefragung durchgeführt, bei der ein 14-seitiger Fragebogen in SA an 2.037 und in RP an 1.706 Patienten verschickt wurde. Es wurden Patienten aller drei Gruppen mit Fragebögen versorgt, wobei die Patienten der Kontrollgruppe mit Hilfe von Tracermedikamenten detektiert wurden. Pro Praxis wurden maximal 12 Patienten per Zufallsauswahl-Verfahren für die Befragung selektiert.
Für ein weiteres Monitoring wurden Arzneimitteldaten, Leistungsdaten, Kankenhauseinweisungsdaten, Abrechnungsdiagnosen, EBM-Ziffern sowie DMP-Daten für 12.790 Patienten in SA bzw. 7.835 Patienten in RP bestellt. Es wird eine quartalsweise Lieferung dieser Daten erfolgen.
Auftraggeber
AOK Bundesverband,
AOK Rheinland Pfalz,
AOK Sachsen-Anhalt
Projektbeginn: 2005
Status: Abgeschlossen
Kooperation
Universität Heidelberg
Erläuterung
ELSID-Diabetes = Evaluation of a large scale implementation of disease management programs
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