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EUROCOM - Studie zur Arzt-Patient-Kommunikation

 A Comparative Study on Doctor-Patient-Communication in Six European Countries


Die im Rahmen des BIOMED2-Programms geförderte europäische Vergleichsstudie wurde von 1996 bis 1996 durchgeführt. Die Verantwortung für die internationale Koordination lag bei NIVEL, dem Netherlands Institute of Primary Health Care unter Leitung von Prof. Jozien Bensing. Der deutsche Teil der EUROCOM-Studie wurde von AQUA in Zusammenarbeit mit der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Göttingen durchgeführt und von Dr. Ottomar Bahrs koordiniert.

Kurzbeschreibung:
Wesentliches Ziel war es zu untersuchen, wie Besonderheiten der Gesundheitssysteme die hausärztliche Versorgung in den beteiligten europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, England, Niederlande, Schweiz und Spanien) beeinflussen. Damit sollten Hinweise auf Chancen zur Verbesserung der Qualität der Primärversorgung gewonnen werden, die in die gesundheitspolitische Diskussion Eingang finden und praktische Konsequenzen für die Förderpolitik einerseits sowie die Weiterentwicklung von Aus-, Weiter- und Fortbildung andererseits haben. Forschungsleitend war die Annahme, dass gute Kommunikationsfähigkeit, angemessene Konsultationsdauer und Vertrautheit mit der (Lebens-)Geschichte des Patienten positiv mit erfolgreicher Patienten-Arzt-Interaktion korrelieren, in hohem Maße von Arzt zu Arzt variieren und durch mit dem jeweiligen Gesundheitssystem verknüpfte strukturelle Bedingungen (Abrechnungssystem, freie Arztwahl usw.) geprägt sind. Die deutsche Teilstudie interessierte sich überdies für einen Vergleich zwischen Alten und Neuen Bundesländern unter der Annahme, dass die jeweilige Tradition der bis zur Wende unterschiedlichen Gesundheitssysteme in DDR und BRD fortwirkt.

Die empirische Erhebung bestand aus der Videodokumentation von Konsultationen in der Hausarztpraxis sowie ergänzenden Befragungen der beteiligten Patienten und Ärzte. Insgesamt wurden 190 Ärzte und mehr als 3.700 Patienten in die Studie einbezogen. Die deutsche Teilstudie umfasste 43 Ärzte und mehr als 900 Patienten. Die Gespräche wurden mittels des international erprobten standardisierten RIAS-Auswertungsprotokolls kodiert und die Daten statistisch ausgewertet. Daneben wurden Einzelfallanalysen gestützt auf problembezogene Fallkonferenzen durchgeführt.

Die forschungsleitenden Hypothesen konnten z.T. bestätigt werden. Der Einfluss des Primärarztsystems war geringer als erwartet, demgegenüber scheinen sich kulturelle Unterschiede in der Kommunikation niederzuschlagen. Während der Unterschied zwischen Alten und Neuen Bundesländern geringer ausfiel als erwartet, hat Deutschland den Forschungsdaten zufolge eine Sonderstellung bzgl. Häufigkeit und Dauer der Arztbesuche, der Einflusschancen der Patienten, der Gesprächsatmosphäre sowie bzgl. der Arbeitsbelastung der Ärzte.

Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Ottomar Bahrs (obahrs (at) gwdg.de)
Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Göttingen
Waldweg 37a
37073 Göttingen
Tel.: 0551-398195
Fax: 0551-13558

Evaluation und Forschung

 

Projektdaten

Auftraggeber
BIOMED2-Programm, Europäische Gemeinschaft

Projektbeginn: 1996
Status: abgeschlossen

Partnerinstitutionen
Universität Göttingen, Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
NIVEL

Weitere Informationen
Mein Hausarzt hat Zeit für mich
The Eurocommunication Study

 

AQUA-Aufgaben
Entwicklung Umsetzung Daten/Statistik